Ohs Bruks Järnväg - Fahrzeuge



In den 37 Jahren seines Bestehens hat der Verein eine stattliche Zahl an Fahrzeugen gesammelt, sowohl für die Abwicklung des Touristen-Verkehrs als auch aus historischen Gründen. Es wurden Dampf-, Motor- und Batterielokomotiven sowie Güterwagen angeschafft. Die Personenwagen wurden in der eigenen Werkstatt gebaut. Der Grund dafür liegt einfach darin, dass es bei der Ohsabahn (OBJ) nie Personenverkehr gab und es in Schweden keine, noch zu rettende, Personenwagen für die Spurweite 600mm mehr gab.

[Dampflokomotiven] [Motorlokomotiven] [Personenwagen] [Güterwagen]

Die Dampflokomotiven

Nr. 1 'Mormor'

Diese Lok stammt von der Domänverkets Waldbahn im Böda Kronopark, auf der nördlichen Seite der Insel Öland. Es handelte sich um einen D-Kuppler mit einen Raddurchmesser von nur 550 mm, gebaut von der Lokfabrik ZOBEL im Jahre 1910 mit der Fabriknummer 118. Die hohe Anzahl der Achsen bewirkte einen geringen Achsdruck und damit war sie eine typische Waldbahnlok. OBJ bekam sie 1970 als Leihgabe und renovierte sie gründlich. 1989 wurde die Lok vom Eigentümer, der "Södra Stambanans Museisektion", an die "Böda Skogsjärnväg" auf der Insel Öland verkauft, so dass die Lok heute wieder in ihrer alten Heimat zu Hause ist.


Nr. 2 'Emsfors'

Es handelt sich bei dieser Lok um eine sogenannte "Brigadelok", wie sie in Deutschland in großer Stückzahl für die deutschen Heeresfeldbahnen des 1. Weltkrieges hergestellt wurden. Es ist eine 4-achsige Tenderlok mit Stephensons-Schiebersteuerung. Nach dem Krieg wurden viele Loks an Bahnen und Industriebetriebe auf der ganzen Welt verkauft. Die OBJ Brigadelok Nr. 2 wurde jedoch nicht im Krieg eingesetzt, sondern erst im Jahre 1919 von der sächsischen Lokomotivfabrik Hartmann in Chemnitz mit der Fabriknummer 4183 aus vorhandenen Ersatzteilen zusammengebaut. Die "EMSFORS" wurde von der gleichnamigen Papierfabrik gekauft, um sie auf deren Werkbahnstrecke nach Påskallavik einzusetzen. Als die Produktion dort langsam zu Ende ging, kaufte OBJ 1970 die Lok und renovierte sie. Im Jahr 2000 hatte der Kessel der "Emsfors" das Ende seiner Nutzungsdauer erreicht. Die Kesselbaufirma MASMA AB in Mariestad, Schweden, fertigte einen neuen Kessel an. 2006 ist die "Emsfors" nun mit festen Achsen, statt der Klien-Lindner-Hohlachsen, und neuem Kessel wieder in Betrieb gegangen.


Nr. 3 'Tyska loket'

Wie "Emsfors" ist auch die "Tyska loket" eine sogenannte Brigadelok erbaut 1917 von Orenstein & Koppel (O&K). Die Lok kam nach dem 2. Weltkrieg bei der Deutschen Reichsbahn auf der ehemaligen Muskauer Waldeisenbahn als 99 3310 zum Einsatz. Nachdem die Lok dort abgestellt war, wurde sie von Herrn Hans Näckdal in Mårdsund gekauft mit dem Ziel, eine Museumsbahn in Nord-Schweden aufzubauen. Es zeigte sich jedoch, dass die Lok zu schwer für die dortige Bahn war, worauf 1983 diese Lok gegen die OBJ-Lok Nr. 7, ex Smedjebackens Walzwerk, getauscht wurde. Auf diese Weise sind heute in Ohs wieder wie zu Zeiten der Werkbahn zwei Maschinen des Brigadelok-Typs vorhanden.


Nr. 4 'Polska loket'

Diese Lok wurde 1944 von der Maschinenbauanstalt Babelsberg in Potsdam (vormals O&K) für die damaligen Ostdeutschen Zuckerfabriken im heutigen Polen gebaut. Später diente sie der Polnischen Staatsbahn (PKP), bis sie schließlich 1975 von der OBJ gekauft wurde. Als stärkste Dampflok des Vereines hat die sie bisher große Dienste geleistet, wegen des geräumigen Führerhauses auch als Ausbildungsmaschine. Ursprünglich als Tenderlok gebaut, bekam die Lok für die langen Streckenleistungen schon bei der PKP einen Schlepptender. In den 80er-Jahren musste dieser von OBJ erneuert werden. 1994 wurde die Lok schließlich neu berohrt, um für die nächsten 15 Jahre einsatzfähig zu sein. Doch schon 1997 wurde am Kessel ein nicht mehr zu reparierender Schaden festgestellt. Nach langem Suchen wurde in der Kesselbaufirma MASMA AB in Mariestad ein Partner für den Neubau eines Kessels gefunden. 2001 ging "Polska Loket" mit einem Neubaukessel wieder in Betrieb. Sie ist die einzige Schlepptenderlokomotive mit der Spurweite 600 mm in Schweden.


Nr. 5 'Smedjebacken'

Der kleine B-Kuppler wurde von Orenstein & Koppel hergestellt und mit anderen Loks des gleichen Typs im Smedjebacken Walzwerk eingesetzt. Die dortige Werkbahn war bis Ende der 60er-Jahre in Betrieb. Nach dem Rückgang des 600mm-Netzes übernahm OBJ die Nr. 5 und die Nr. 7. Eine Lok wurde gegen die Brigadelok Nr. 3 (Tyska loket) getauscht, so dass heute nur noch Nr. 5 vorhanden ist. Die Lok konnte wegen vieler fehlender Teile nicht sofort instandgesetzt werden. In einem Zeitraum von über dreizehn Jahren, die Arbeiten stockten immer wieder wegen fehlender Kapazitäten, wurden die fehlenden Teile nachgefertigt oder durch heute handelsübliche Teile ersetzt. 2004 konnte sich dann die "Smedjebacken" erstmals wieder aus eigener Kraft auf den Gleisen in Ohs bewegen.


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Die Motorlokomotiven (Auswahl)


Nr. 6 'Ohs'

Die "Ohsa-Loket" ist die einzig erhalten gebliebene Lok von der Papierfabrik in Ohs. Die ursprünglichen Teile der Lok gehörten zu einer Dampflok, die 1902 für die NAEJ (Nättraby-Alnaryd-Elmeboda Järnväg) gebaut worden war. Bei Kalmar Verkstad wurde die Lok 1937 zu einer Motorlok umgebaut. Nachdem die NAEJ stillgelegt worden war, kam die Lok zur KLJ (Kosta-Lessebo Järnväg). Von dort wurde sie 1948 nach Ohs Bruk verkauft. Dadurch konnte der Dampfbetrieb in Ohs eingestellt werden. Bis 1967 war die Ohsa-Lok im Werkbahn-Dienst. Als der Museumsverein gegründet wurde, war "Ohsan" die erste Lok für die Museumszüge. Zwischen 1981-83 wurde bei Kalmar Verkstad (zu diesem Zeitpunkt ein Werk von Adtranz) eine gründliche Aufarbeitung durchgeführt. Außerdem wurde der Motor einige Male ausgewechselt. Die Lok kommt nur selten zum Einsatz, weil der Verein den historischen Wert der Lok sehr schätzt, anderseits aber auch der Dampfbetrieb für den Touristenverkehr attraktiver ist.


Nr. 14 'Töttja'

Die 'Töttja' ist eine kleine Benzin-Lok mit einem Volvo B16-Motor und offenem Führerhaus. Die Lok stammt aus dem Töttja Torfmoor, und wird bei OBJ gern für den Feuerlöschzug eingesetzt, der jedem Dampfzug in einigem Abstand folgt.



Nr. 24 'Gmeinder'

Die "Gmeinder" ist in Deutschland von der gleichnamigen Firma gebaut worden. Wie viele andere Motorloks von OBJ wurde sie von der Firma Nitro-Nobel auf deren Eisenbahnstrecke in Gyttorp eingesetzt. Wie die "Töttja" zieht sie häufig den Feuerlöschzug, aber auch zum Rangieren und für kleinere Arbeitszüge benutzt man sie gerne. Außer einigen Problemen mit der schwierigen "Vorwärts-/Rückwärts"-Schaltung ist die Lok sehr zuverlässig und pflegeleicht.


Nr. 27 'Gyttorp'

Die englische Simplex-Lok stammt ebenfalls von der Nitro-Nobel-Schmalspurbahn. Wegen ihrer enormen Zugkraft sehr beliebt, war die Lok bis zum Ende der Werkbahn dort im Einsatz. Zusammen mit einer Schwestermaschine wurde die Lok von OBJ gekauft. Simplex-Lokomotiven sind sehr robuste Maschinen mit einem Zweitakt-Dieselmotor. Das Anlassen des Motors erfolgt mit einer Handkurbel. Eine weitere Simplex-Lok ist mit einem elektrischen Anlasser modernisiert worden. Der Verein besitzt heute 4 Simplex- Lokomotiven.


Nr. 30 'Halmstad'

Die 'Halmstad' wurde 1961 von der Firma Deutz gebaut und an die Eisenwerke in Halmstad geliefert. Sie hat einen V8-Motor und hydraulische Kraftübertragung. Für den Werksverkehr gebaut, verfügt die Lok nur über eine Höchstgeschwindigkeit von 13 km/h, dafür aber über eine hohe Zugkraft. Durch ihre leichtgängige Schaltung ist sie gut für Rangieraufgaben, aber auch für Arbeitszug-Dienste geeignet. Als das Halmstader Eisenwerk in der 80er Jahren sein 600mm-Netz stillgelegte, kaufte OBJ zwei von diesen Lokomotiven, die Nr. 29 sowie Nr. 30. Die letztere ist aufgearbeitet und wird in Ohs beim Rangieren sowie vor den schweren Kieszügen für die Gleisunterhaltung eingesetzt.


Nr. 32 'Czarna'

Diese Lok (Typ V10C) wurde 1974 vom Lokomotivbau "Karl Marx" in Babelsberg, besser bekannt als früheres Werk von O&K, gebaut Sie hat einen 6-Zylinder Dieselmotor mit 110 PS Leistung. OBJ kaufte die Lok 1995 von einer polnischen Waldbahn, insbesondere um sie vor schwersten Arbeitszügen einsetzen zu können. Gelegentlich wird sie auch im Personenverkehr eingesetzt. Der Name der Lok weißt auf ihren letzten Einsatzort hin.


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Die Personenwagen


CNo 1 und CNo 2 'Stavsjö-Wagen'

Diese Wagen wurden in der Ohs-Werkstatt aus ehemaligen Güterwagen der OBJ zu Sommerwagen umgebaut. Es waren die ersten Wagen, die im Personenverkehr eingesetzt wurden. Eigentlich sollten sie nach ein paar Jahren ersetzt werden, sind aber wegen ihrer Beliebtheit nach wie vor in Betrieb.


CFo 3

Dieser Wagen ist ein kombinierter Personen- und Gepäckwagen, der aus einem Heeresfeldbahn-Güterwagen umgebaut wurde. Er ist mit einem Ofen und einem Briefkasten ausgestattet.


Co 4

Er sieht aus wie ein klassischer Personenwagen, aufgebaut auf einem Güterwagen-Fahrwerk der Delary-Strömsnäsbruk-Eisenbahn. Der Wagen hat ebenfalls eine Ofenheizung, versenkbare Fenster sowie gepolsterte Sitzbänke.


Co 5

Dieser Personenwagen ist auf einem gleichen Fahrgestell wie der Co 4 aufgebaut worden. Er sieht eher aus wie ein Güterwagen, hat Klappfenster, eine Ofen sowie Holzbänke.


CNo 6

Dieses ist ein Sommerpersonenwagen, der ebenfalls auf einem, diesmal polnischen, Güterwagenfahrgestell aufgebaut worden ist.


CNo 10

Dieser Sommerpersonenwagen, auf einem Heeresfeldbahn Untergestell gebaut, dient als Reservewagen.


F 11

Es ist ein Gepäckwagen mit Dienstabteil, der auf einem 2-achsigen Fahrgestell aufgebaut wurde.


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Die Güterwagen (Auswahl)

Brigadewagen

Diese typischen Einheitswagen der deutschen Heeresfeldbahn des 1. Weltkriegs sind nach dem Baukastenprinzip konstruiert. Mit zwei Unterwagen ließen sich Langholz oder Eisenträger transportieren. Wurden zwei Unterwagen durch einen eisernen Rahmen verbunden war der vierachsige Flachwagen mit zwei Drehgestellen fertig. Durch Einstecken von Seiten- und Stirnwänden verwandelte er sich zu einem offenen Feldbahngüterwagen. Mittels weiterer genormter Teile wie Bügel und Planen entstand ein gedeckter Wagen. Um diesen Wagen zum Personenwagen oder Krankentransportwagen umzurüsten gab es weitere Bauteile. Nach dem 1. Weltkrieg wurden viele dieser noch vorhandenen Wagen, wie auch die Brigade-Lokomotiven, an Bahnen und Industriebetriebe auf der ganzen Welt verkauft.


Stavsjö-Wagen

Es sind vierachsige Flachwagen mit Drehgestellen. Die Drehgestelle entstanden aus ehemaligen Drehschemelwagen der Stavsjö-Eisenbahn in Kolmården. Ohs Bruk hat drei von dieser Wagen, die früher vornehmlich für den Transport von großen Kalkbehältern (sogenannte Von-Haus-zu-Haus-Behälter) für die Papierfabrik genutzt wurden. Sie können bis zu 10 Tonnen transportieren und sind 2 Meter breit. Zwei dieser Wagen sind zu Sommerpersonenwagen umgebaut worden (CNo1, CNo2). Der dritte Wagen befindet sich noch im Originalzustand.


Flachwagen

Diese zweiachsigen Wagen kommen von der Delary-Strömsnäsbruk-Eisenbahn und der AOJ (Anneberg-Ormaryd-Eisenbahn). Bis auf einen Wagen sind alle Wagen ungebremst. Da alle Züge auf der Ohsabahn als GmP (Güterzug mit Personenbeförderung) verkehren, werden die zweiachsigen Wagen gern mit etwas Ladegut versehen in die Züge eingestellt. Die Wagen eignen sich auch sehr gut zum Transport von Schwellen.


Kesselwagen

Diese Wagen kommen von der 600mm Nitro-Nobel-Bahn in Gyttorp, wo sie für den Transport von Schwefelsäure im Werksgelände und zwischen Gyttorp Bahnhof und der Sprengstoff-Fabrik eingesetzt wurden. Unser Verein hat drei von diesen Kesselwagen.


I Nr. 90

Der "I 90"-Wagen ist ein Einzelstück auf unserer Bahn. Es ist ein zweiachsiger offener Güterwagen mit mittelhoher Ladefläche, der ihn in unseren gemischten Zügen ideal für den Transport von Fahrrädern, Grillzubehör und verschiedenen anderen Gütern ist.


Drehschemelwagen (sogenannte Waldbahn-Trucks)

Zwei Wagen bilden immer ein Pärchen. Sie dienen dem Langholztransport. Da es in Schweden leider keine Wagen dieser Bauart mehr gab, wurden fünf Pärchen von einer Waldeisenbahn in Polen gekauft. Sie sind ähnlich denen, die es auf schwedischen Bahnen gab, unter anderem auch auf der OBJ.


Kipploren

Diese Loren wurden von verschiedenen Bahnen in Schweden übernommen. Es sind die typischen, weltweit zu findenen ungefederten Loren ohne richtige Kupplung. Sie dienen heute bei der OBJ im Bahnhofsgelände, zum Transport von Kohlengruß oder kleinteiligem Eisenschrott.

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